Handlungsfelder

Probleme und Handlungserfordernisse in „Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf“ reichen über baulich-räumliche Aufgaben und Lösungsmöglichkeiten hinaus. Wesentliches Merkmal sozialer Stadtteilentwicklung ist deshalb die Querschnittsorientierung, d.h. gleichberechtigt neben baulich-städtebaulichen Aufgaben stehen sozial-, bildungs-, kultur- und beschäftigungspolitische sowie wohnungswirtschaftliche Anforderungen.

All diese Fachbelange werden in einem sogenannten Integrierten Handlungskonzept (IHK) zusammengefasst und vernetzt. Das IHK fungiert als Orientierungsrahmen für die Steuerung der Programmumsetzung sozialer Stadtteientwicklung. Das IHK wird kontinuierlich fortgeschrieben.

Das IHK des Vicelinviertels beschreibt folgendes Leitbild:

Ziel ist es, das Vicelinviertel zu einem lebenswerten Stadtteil für Familien mit Kindern, Senioren und junge Paar- und Singlehaushalte unterschiedlicher ethnischer und sozialer Herkunft zu entwickeln.
Dieses Ziel soll in verschiedenen Handlungsfeldern erreicht werden.

Die Handlungsfelder sind:

1. Zusammenleben und Stadtteilkultur

Dahinter verbirgt sich die Zielsetzung, dass sich das Vicelinviertel auf sozialer und kultureller Ebene zu einem lebendigen Stadtteil Neumünsters entwickelt, der geprägt wird durch ein von Toleranz und Akzeptanz gezeichnetes Miteinander.

2. Bauen, Wohnen und Wohnumfeld

In diesem Handlungsfeld werden Maßnahmen eingeleitet und realisiert, die den Bewohnerinnen und Bewohnern des Vicelinviertel innenstadtnahes Wohnen in einem sicheren und familienfreundlichen Umfeld ermöglichen. Alle Projekte und Maßnahmen aus diesem Handlungsfeld sind im IHK mit der Farbe Grün gekennzeichnet.
In den zurückliegenden Jahren ist es gelungen, die Aufenthaltsqualität auf öffentlichen Flächen zu verbessern. Die Ziele bei der Wohnraumsanierung konnten noch nicht erreicht werden, da sich die meisten Grundstücke in Privateigentum befinden.

3. Lokale Ökonomie

Schwerpunkt in diesem Handlungsfeld bilden Erhalt, Pflege und Stärkung des Gewerbestandes.

4. Bildung und Gesundheit

Ziel ist, allen Bewohnern Strukturen zu bieten, die es ihnen ermöglichen, ihre Bildungschancen wahrzunehmen und ein gesundheitsförderndes Leben zu führen. Einen Schwerpunkt bildet der Aufbau von Strukturen speziell für Kinder und Jugendliche. Zeitgemäße, ganzheitliche Bildung ist die beste Grundlage für gute Schulabschlüsse, Ausbildungsplätze und spätere Erwerbstätigkeit.

Querschnittsaufgaben

Unter Querschnittsaufgaben wird die Berücksichtigung unterschiedlicher Arbeitsansätze in allen vier Handlungsfeldern verstanden. Dazu gehören: Partizipation, Gender Mainstreaming, Integration, Bündelung und Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Aktivitäten zur Imageaufwertung.

Partizipation

Durch Beteiligung der BewohnerInnen an Stadtteilentwicklungsprozessen werden Eigenverantwortlichkeit, Identifikation gefördert und Humanressourcen erschlossen. Zugleich sind diese Prozesse Bestandteil gelebter Demokratie.

Gender Mainstreaming

Unter dem Aspekt des Gender Mainstreaming finden die Besonderheiten der Lebenswelten von Frauen und Männern bzw. Mädchen und Jungen in allen Prozessen mit dem Ziel der Chancengleichheit Berücksichtigung.

Integration

Zugewanderte und Migranten/ innen sollen gleichberechtigt teilhaben können am gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben in Deutschland. In ihrem Wohnumfeld sollen Bedingungen dafür geschaffen bzw. verbessert werden.

Bündelung und Vernetzung

Die Realisierung von Maßnahmen und Zielen bedarf der Einbindung von Institutionen, AkteurInnen und Schlüsselpersonen im Stadtteil, ebenso wie der Abstimmung mit Politik und Verwaltung. Auf Quartier-Ebene sind Förderung und Initiierung von Arbeitsgruppen und Netzwerken ebenso erforderlich wie Stärkung und Stabilisierung vorhandener Strukturen.

Image / Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit, die zur Verbesserung des Stadtteilimages sowohl bei den BewohnerInnen, als auch über das Viertel hinaus beiträgt, ist notwendig.Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über Presseberichte in lokalen und überlokalen Medien, sowie über die Erstellung von Infoblättern und Flyern. Parallel dazu wird über die Berichterstattung aus dem Viertel auch die Arbeit und das Engagement vieler Beteiligter gewürdigt und diese somit zur Weiterarbeit motiviert.

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